Die Stadt der träumenden Bücher

Die Stadt der träumenden Bücher

Walter Moers

Language: German

Pages: 635

ISBN: 3492045499

Format: PDF / Kindle (mobi) / ePub

Die Stadt der träumenden Bücher

Walter Moers

Language: German

Pages: 635

ISBN: 3492045499

Format: PDF / Kindle (mobi) / ePub


Falls Sie sich schon einmal gefragt haben, womit sich Walter Moers, Schöpfer von ”Das kleine Arschloch” und ”Käpt’n Blaubär” in seiner knapp bemessenen Freizeit beschäftigt: Er übersetzt zamonische Literatur ins Deutsche. Soeben erschienen ist Die Stadt der Träumenden Bücher, ein autobiographisches Werk des legendären Hildegunst von Mythenmetz, dessen ”Mythenmetzsche Abschweifung” bereits in Ensel und Krete viele Leser an den Rand des Wahnsinns getrieben hat -- und darüber hinaus.

Hildegunst ist als junge Großechse auf der uneinnehmbaren Lindwurmfeste aufgewachsen, einem Ort, an dem jeder davon träumt, einmal ein ganz großer Schriftsteller zu werden und zu diesem Zweck von den Eltern mit einem ”Dichtpaten” ausgestattet wird. Hildegunsts Abenteuer nimmt seinen Anfang, als sein Dichtpate Danzelot von Silbendrechsler das Zeitliche segnet und ihm ein Manuskript hinterlässt, das es in sich hat: Nur zehn Seiten umfasst es, aber es ruft beim Leser eine Vielzahl stärkster Empfindungen hervor wie kein anderer Text der zamonischen Literaturgeschichte.

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spektakulär beginnt. Sogleich werden wir ihre unsichtbare Schwelle  überschreiten, sie betreten und ihre Mysterien erforschen.  Sogleich.  Doch  zuvor  möchte  ich  kurz  innehalten  und  berichten,  aus  wel‐ chen  Gründen  ich  mich  überhaupt  auf  den  Weg  hierher  begeben  habe. Jede Reise hat ihren Anlaß, und meiner hat mit Überdruß und  jugendlichem Leichtsinn zu tun, mit dem Wunsch, aus den gewohn‐ ten  Verhältnissen  auszubrechen  und  das  Leben  und  die  Welt  ken‐ nenzulernen.

waren.  Ganze  Staatsbibliotheken  wurden  darin  unter‐ gebracht,  Fürsten  versteckten  dort  ihre  literarischen  Schätze,  Buch‐ piraten  ihr  Raubgut,  Buchhändler  ihre  Erstausgaben,  Verlage  ihre  Bestände.  Anfangs war Buchhaim gar keine richtige Stadt, sondern existierte  fast  nur  unterirdisch,  in  Form  von  bewohnten  Höhlen,  die  durch  künstliche Tunnel, Schächte, Stollen und Treppen immer enger mi‐ teinander  verbunden  wurden  und  in  denen  Stämme  und  Banden  der

griff, war sie immer noch randvoll und der Kaffee eiskalt. Ich hatte  für  das  Lesen  der  Geschichte  aber  keine  drei  Stunden  gebraucht,  sondern  nicht  mal  fünf  Minuten  ‐  ich  muß  die  restliche  Zeit  re‐ gungslos  dagesessen  haben,  den  Brief  in  der  Hand,  in  einer  Art  Schockzustand. Sein Inhalt hatte mich mit einer Wucht getroffen, zu  der sonst nur das Geschoß einer Steinschleuder in der Lage gewesen  wäre.«

ausschließlich  in  Konzerte,  um  sich  in  Angst  und  Schrecken  versetzen  zu  lassen.  Ovationen  wurden  in  Form  von  Entsetzens‐ schreien  gegeben,  Ohnmachtsanfälle  kamen  der  Forderung  nach  Zugaben  gleich,  und  wenn  das  Publikum  schreiend  zum  Ausgang  drängte, dann war das Konzert ein voller Erfolg. Man frisierte sich  die Haare zu Berge stehend, abgenagte Fingernägel galten als chic,  und  man  begrüßte  sich  mit  einem  affektierten  »Huuuch!«  und  hochgeworfenen

Ich öffnete kurz die Augen und schloß sie gleich wieder, wieder‐ holte  diesen  Vorgang  mehrmals  hintereinander,  und  tatsächlich  konnte ich mühelos zwischen dem Stadtpark und den Katakomben  hin‐ und herspringen. Augen auf ‐ Park. Augen zu ‐ Katakomben.  Park.  Katakomben.  Park.  Katakomben.  Park.  Katakomben.  Schließlich hielt ich die Augen geschlossen. Obwohl ich eigentlich  im Buchhaimer Stadtpark auf einem unbequemen Gartenstuhl saß,

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